Blütenendfäule bei Tomaten und Paprika
Die Blütenendfäule ist ein häufiges Ärgernis bei Tomaten, Paprika, Chili und Zucchini: An der Unterseite der Früchte – dort, wo einmal die Blüte saß – bildet sich ein dunkler, eingesunkener, lederartiger Fleck. Viele halten das für eine Pilzkrankheit, doch tatsächlich handelt es sich um eine Mangelerscheinung und ist nicht ansteckend.
Die Ursache ist ein Kalziummangel in der Frucht – meist nicht, weil zu wenig Kalzium im Boden ist, sondern weil die Pflanze es bei ungleichmäßiger Wasserversorgung nicht bis in die Früchte transportieren kann. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Pflege lässt sich das Problem fast immer abstellen.

Kurz gesagt
- Dunkler, eingesunkener Fleck am unteren Ende der Frucht (Blütenansatz).
- Ursache ist Kalziummangel durch unregelmäßiges Gießen – keine ansteckende Krankheit.
- Vorbeugen: gleichmäßig gießen, mulchen, maßvoll düngen.
- Befallene Früchte entfernen – die Pflanze selbst bleibt gesund.
So erkennst du Blütenendfäule
Zunächst zeigt sich am unteren Ende der Frucht ein kleiner, wässrig-glasiger Fleck. Er wird schnell größer, sinkt ein, verfärbt sich braun bis schwarz und wirkt ledrig-trocken. Betroffen sind vor allem die zuerst reifenden Früchte und schnellwüchsige, längliche Sorten. Die Blätter und die restliche Pflanze bleiben gesund.
Warum Blütenendfäule entsteht
Kalzium wird mit dem Wasserstrom in die Pflanze transportiert. Gerät die Wasserversorgung ins Stocken – etwa durch Trockenphasen gefolgt von reichlich Gießen – kommt zu wenig Kalzium in den Früchten an. Begünstigt wird das durch:
- Unregelmäßiges Gießen und Trockenstress, besonders bei Kübelpflanzen.
- Zu viel Stickstoff oder Kalium, das die Kalziumaufnahme blockiert.
- Saure oder kalkarme Böden.
- Hohe Verdunstung an heißen Tagen bei kleinem Wurzelballen.
Blütenendfäule vorbeugen
- Gleichmäßig gießen: lieber regelmäßig und durchdringend als selten und viel – Schwankungen unbedingt vermeiden.
- Mulchen: eine Mulchschicht hält die Feuchtigkeit im Boden konstant.
- Maßvoll düngen: nicht mit Stickstoff überversorgen; spezielle Tomatendünger sind ausgewogen.
- Kalkversorgung: bei kalkarmem Boden mit Algenkalk oder Gartenkalk nachhelfen und den pH-Wert prüfen.
- Ausreichend Wurzelraum: große Töpfe (mind. 10–15 l pro Tomate) puffern Trockenstress ab.
Was tun bei akutem Befall?
Ist die Blütenendfäule schon da, kannst du gegensteuern:
- Befallene Früchte entfernen – sie erholen sich nicht mehr und kosten die Pflanze nur Kraft.
- Wasserversorgung sofort vereinheitlichen, am besten mit Mulch.
- Düngung anpassen: Stickstoff zurückfahren, auf ausgewogene Nährstoffe achten.
Tipp
Blütenendfäule ist nicht ansteckend – du musst also nicht die ganze Pflanze entfernen. Meist reifen die nächsten Früchte nach dem Ausgleich der Wasserversorgung wieder einwandfrei.
Achtung
Reagiere nicht mit noch mehr Dünger – zusätzlicher Stickstoff verschärft das Problem oft, weil er die Kalziumaufnahme weiter behindert.
Häufige Fragen
Kann ich betroffene Tomaten noch essen?
Den gesunden Teil der Frucht kannst du verwenden – den faulen Bereich großzügig wegschneiden.
Hilft es, Eierschalen in den Boden zu geben?
Nur langfristig, da Kalzium daraus sehr langsam frei wird. Gleichmäßiges Gießen wirkt sofort und ist entscheidender.
Gut bewurzelte, kräftige Jungpflanzen vertragen Schwankungen besser. Unsere Jungpflanzen ziehen wir robust heran – ein guter Start für eine gesunde Ernte.