Kohlweißling: Raupen am Kohl natürlich bekämpfen
Der Kohlweißling ist einer der bekanntesten Schmetterlinge im Gemüsegarten – und einer der gefürchtetsten. Nicht der weiße Falter selbst richtet den Schaden an, sondern seine gefräßigen Raupen: Innerhalb weniger Tage können sie Kohl, Kohlrabi, Brokkoli, Rosenkohl und Radieschen bis auf die Blattrippen kahl fressen.
Man unterscheidet den Großen und den Kleinen Kohlweißling. Beide legen ihre Eier bevorzugt an Kreuzblütlern ab. Wer früh hinschaut und vorbeugt, kann den Fraßschaden mit einfachen, natürlichen Mitteln fast vollständig verhindern.
Kurz gesagt
- Die weißen Falter legen gelbe Eier an die Blattunterseiten von Kohlgewächsen.
- Die grünen bzw. gelb-schwarzen Raupen fressen große Löcher und Kot bleibt zurück.
- Bestes Mittel: ein Kulturschutznetz von Anfang an.
- Zusätzlich: Eier/Raupen absammeln, Mischkultur, Nützlinge fördern.
So erkennst du einen Befall
Erste Warnzeichen sind die weißen Falter, die im Frühjahr und Sommer über den Beeten flattern. Kurz darauf findest du an den Blattunterseiten kleine, längliche gelbe Eier – beim Großen Kohlweißling in Gruppen, beim Kleinen einzeln. Aus ihnen schlüpfen Raupen: samtgrün (Kleiner) oder gelb-grün mit schwarzen Punkten (Großer). Typisch sind große Fraßlöcher, angefressene Blattränder und krümeliger, grün-schwarzer Kot in den Herzblättern.
Welchen Schaden die Raupen anrichten
Die Raupen fressen zunächst Löcher, später ganze Blätter bis auf die Rippen. Besonders ärgerlich: Sie bohren sich in die Herzen von Kopfkohl, Brokkoli und Rosenkohl, verschmutzen sie mit Kot und machen die Ernte ungenießbar. Junge Pflanzen können durch starken Befall komplett zusammenbrechen.
Kohlweißling vorbeugen
- Kulturschutznetz: das mit Abstand wirksamste Mittel. Ein engmaschiges Netz (Maschenweite ca. 0,8–1,4 mm) direkt nach dem Pflanzen über die Kultur legen – der Falter kommt gar nicht erst an die Blätter.
- Mischkultur: Tomaten, Sellerie, Salbei, Thymian und Ringelblumen zwischen den Kohl setzen – ihr Duft irritiert die Falter.
- Regelmäßig kontrollieren: Blattunterseiten wöchentlich absuchen und Eigelege einfach abstreifen.
- Nützlinge fördern: Schlupfwespen, Vögel und Florfliegen halten die Raupen in Schach.
Raupen natürlich bekämpfen
- Absammeln: Raupen und Eigelege bei jedem Gang durchs Beet absammeln – bei kleinen Beständen oft schon ausreichend.
- Bacillus thuringiensis: ein biologisches Mittel (Bt) auf Basis eines Bodenbakteriums, das gezielt gegen Raupen wirkt und Nützlinge schont.
- Fördern statt spritzen: Schlupfwespen parasitieren die Raupen, Meisen füttern sie an ihre Jungen – ein Nistkasten in Beetnähe hilft.
- Gesteinsmehl: auf die Blätter gestäubt erschwert es den Raupen das Fressen.
Tipp
Lege das Kulturschutznetz gleich beim Pflanzen auf und achte darauf, dass es an den Rändern gut schließt – sonst schlüpfen die Falter darunter und legen ihre Eier direkt auf die geschützte Kultur.
Achtung
Verzichte auf chemische Insektizide am Kohl – sie belasten das Gemüse und töten die Schlupfwespen, die dir sonst die Arbeit abnehmen.
Häufige Fragen
Kann ich befallenen Kohl noch essen?
Leicht angefressene äußere Blätter kannst du entfernen, das Innere ist essbar. Stark mit Kot verschmutzte Köpfe besser aussortieren.
Wann ist die Gefahr am größten?
Von Mai bis September in mehreren Generationen – gerade an warmen, sonnigen Tagen sind die Falter aktiv.
Kräftige Jungpflanzen wachsen schneller aus der empfindlichen Phase heraus. Unsere Kohl-Jungpflanzen ziehen wir robust heran – ein guter Start für eine gesunde Ernte.