Kraut- und Braunfäule bei Tomaten und Kartoffeln
Die Kraut- und Braunfäule ist die gefürchtetste Krankheit an Tomaten – und sie kann eine ganze Ernte innerhalb weniger Tage vernichten. Verursacht wird sie vom Pilz Phytophthora infestans, der bei feucht-warmem Wetter explosionsartig auftritt. Betroffen sind Tomaten und Kartoffeln gleichermaßen; oft springt der Erreger von infizierten Kartoffeln auf die Tomaten über.
Einmal ausgebrochen, lässt sich die Krankheit kaum noch stoppen. Deshalb ist Vorbeugung hier der entscheidende Hebel – vor allem, die Blätter trocken zu halten.

Kurz gesagt
- Braune Flecken an Blättern und Stängeln, weißer Pilzrasen auf der Blattunterseite.
- Harte, braune Stellen an den Früchten, die faulen.
- Breitet sich bei Nässe und Wärme extrem schnell aus.
- Vorbeugen: Regendach, am Boden gießen, Abstand zu Kartoffeln, luftiger Stand.
So erkennst du die Kraut- und Braunfäule
Zuerst zeigen sich an den Blättern grau-grüne bis braune Flecken, die sich schnell vergrößern. Bei feuchtem Wetter bildet sich auf der Blattunterseite ein weißlicher Pilzrasen. An den Stängeln entstehen dunkelbraune, eingesunkene Stellen. Die Früchte bekommen harte, braune, höckerige Flecken und faulen schließlich – auch grüne Tomaten sind betroffen.
Warum sie auftritt
Der Pilz liebt Nässe und Wärme. Lange Blattnässe durch Regen, Tau oder Überkopf-Gießen, hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen um 15–25 °C sind ideale Bedingungen. Die Sporen werden über Wind und Wasserspritzer verbreitet und überdauern an Pflanzenresten sowie an Kartoffeln im Boden.
Kraut- und Braunfäule vorbeugen
- Regenschutz: ein Tomatendach oder ein überdachter Standort hält die Blätter trocken – die wirksamste Einzelmaßnahme.
- Am Boden gießen: nie über die Blätter, morgens statt abends.
- Luftiger Stand: großzügige Abstände, untere Blätter bis 30–40 cm entfernen, ausgeizen.
- Abstand zu Kartoffeln: Tomaten nie neben Kartoffeln pflanzen.
- Mulchen: verhindert, dass Sporen vom Boden hochspritzen.
- Robuste Sorten & Fruchtfolge: resistente Sorten wählen, Standort jährlich wechseln.
Was tun bei Befall?
- Sofort entfernen: befallene Blätter und Früchte großzügig abschneiden und im Restmüll entsorgen – nicht auf den Kompost.
- Gesunde Früchte ernten: noch grüne, gesunde Tomaten abnehmen und trocken nachreifen lassen.
- Trockenhalten: Gießen umstellen, Bestand auflichten.
- Kupferpräparate nur vorbeugend und im Notfall – eine Heilung gibt es nicht.
Tipp
Ein einfaches Dach über den Tomaten wirkt oft Wunder: Bleiben die Blätter trocken, hat der Pilz kaum eine Chance – selbst in verregneten Sommern.
Achtung
Kompostiere befallenes Material niemals im eigenen Garten und pflanze Tomaten nie in die Nähe von Kartoffeln – von dort wandert der Erreger besonders leicht ein.
Häufige Fragen
Kann ich befallene Tomaten noch essen?
Früchte mit braunen Faulstellen nicht mehr verwenden. Gesunde, feste Früchte von befallenen Pflanzen kannst du ernten und nachreifen lassen.
Kommt die Krankheit jedes Jahr wieder?
Die Sporen überdauern im Boden und an Pflanzenresten. Konsequente Hygiene, Fruchtfolge und ein Regendach senken das Risiko deutlich.
Gesunde, kräftige Jungpflanzen mit gutem Wurzelwerk starten widerstandsfähiger in die Saison. Unsere Tomaten-Jungpflanzen ziehen wir robust heran.