Nützlinge im Garten fördern
Nützlinge sind die besten Verbündeten im Garten: Statt Schädlinge mühsam zu bekämpfen, kannst du ihre natürlichen Gegenspieler unterstützen – dann regelt sich vieles von allein. Ein Marienkäfer und seine Larven vertilgen tausende Blattläuse, Igel und Kröten fressen Schnecken, Schlupfwespen halten Raupen und Weiße Fliege in Schach.
Der Schlüssel ist ein lebendiger, vielfältiger Garten, der diesen Helfern Nahrung, Unterschlupf und Nistplätze bietet. Wer darauf verzichtet, alles „aufzuräumen" und zu spritzen, wird mit einem stabilen Gleichgewicht belohnt.

Kurz gesagt
- Nützlinge halten Schädlinge natürlich in Schach – ganz ohne Gift.
- Wichtig: Marienkäfer, Florfliegen, Schwebfliegen, Schlupfwespen, Laufkäfer, Igel, Vögel, Kröten und Wildbienen.
- Fördern durch Blühflächen, heimische Pflanzen, Unterschlupf und Wasser.
- Der wichtigste Beitrag: auf chemische Gifte verzichten.
Die wichtigsten Nützlinge
- Marienkäfer & Florfliegen: ihre Larven fressen Blattläuse in großen Mengen.
- Schwebfliegen: sehen aus wie kleine Wespen, ihre Larven vertilgen Blattläuse; die erwachsenen Tiere bestäuben.
- Schlupfwespen: parasitieren Blattläuse, Raupen und Weiße Fliege.
- Laufkäfer & Ohrwürmer: vertilgen Schneckeneier, Larven und Blattläuse.
- Igel, Kröten & Blindschleichen: fressen Schnecken und Insekten.
- Vögel: Meisen & Co. füttern unzählige Raupen und Läuse an ihre Jungen.
- Wild- und Honigbienen: unverzichtbar für die Bestäubung und damit die Ernte.
So förderst du Nützlinge
- Blüten das ganze Jahr: heimische Stauden, Kräuter und Blühstreifen bieten Pollen und Nektar von Frühling bis Herbst.
- Unterschlupf schaffen: Totholz- und Steinhaufen, Laubecken, Trockenmauern und Hecken bieten Verstecke und Winterquartiere.
- Nisthilfen: Insektenhotel, Nistkästen für Vögel, mit Holzwolle gefüllte Tontöpfe für Ohrwürmer.
- Wasserstelle: eine flache Tränke mit Ausstiegshilfe hilft Insekten, Vögeln und Igeln.
- Wilde Ecken zulassen: nicht jeden Winkel mähen und aufräumen – etwas „Unordnung" ist Lebensraum.
- Kein Gift: chemische Insektizide töten Nützlinge oft stärker als Schädlinge – der wichtigste Punkt überhaupt.
Tipp
Lass im Herbst Laub und abgeblühte Stauden stehen – darin überwintern Marienkäfer, Florfliegen und Igel. Das „Aufräumen" verschiebst du am besten auf das Frühjahr.
Achtung
Schon ein einziger Gifteinsatz kann das mühsam aufgebaute Gleichgewicht kippen. Setze Nützlinge und chemische Mittel niemals gemeinsam ein.
Häufige Fragen
Wie schnell stellt sich der Erfolg ein?
Ein Gleichgewicht braucht ein bis zwei Jahre. Am Anfang kann es einzelne Befallsspitzen geben – bleib geduldig und verzichte auf Gift.
Kann ich Nützlinge auch kaufen?
Ja, z. B. Marienkäferlarven oder Schlupfwespen fürs Gewächshaus. Nachhaltiger ist es aber, den Garten so zu gestalten, dass sie von selbst kommen und bleiben.
Ein nützlingsfreundlicher Garten und kräftige Jungpflanzen ergänzen sich ideal. Unsere Jungpflanzen ziehen wir robust und gesund heran.