Tomaten aussäen, pikieren und pflegen
Tomaten sind die beliebtesten Gemüsepflanzen im Hausgarten – und mit etwas Wissen gelingen sie fast von selbst. Von der Aussaat auf der Fensterbank über das Pikieren bis zur Pflege im Beet begleitet dich dieser Guide durch das ganze Tomatenjahr. Der Lohn sind aromatische, sonnengereifte Früchte, wie man sie im Laden selten bekommt.
Die wichtigsten Erfolgsfaktoren sind ein warmer, heller Start, ein sonniger, regengeschützter Standort und gleichmäßige Pflege.

Kurz gesagt
- Aussaat ab März drinnen, warm und hell; pikieren nach den ersten echten Blättern.
- Auspflanzen erst nach den Eisheiligen an einen sonnigen, regengeschützten Platz.
- Am Boden gießen, Stabtomaten ausgeizen und stützen, maßvoll düngen.
- Regenschutz beugt der Kraut- und Braunfäule vor.
1. Aussäen
Säe Tomaten ab März in Anzuchterde aus – warm (20–24 °C) und hell keimen sie in etwa einer Woche. Halte die Erde gleichmäßig feucht und stelle die Sämlinge nach dem Keimen kühler und sehr hell, damit sie kompakt bleiben und nicht vergeilen.
2. Pikieren
Sobald sich nach den Keimblättern die ersten echten Laubblätter zeigen, werden die Sämlinge in eigene Töpfe pikiert – dabei nur an den Keimblättern anfassen. Tomaten dürfen tiefer gesetzt werden, sie bilden am Stängel zusätzliche Wurzeln und werden dadurch besonders kräftig.
3. Auspflanzen
Nach dem Abhärten kommen die Pflanzen nach den Eisheiligen (Mitte Mai) ins Beet, ins Gewächshaus oder in große Kübel (mind. 10 l). Wähle einen sonnigen, luftigen und möglichst regengeschützten Platz und halte großzügige Abstände ein.
4. Pflegen
- Gießen: gleichmäßig und immer am Boden, nie über die Blätter – das beugt Braunfäule vor und verhindert das Aufplatzen der Früchte.
- Ausgeizen: bei Stabtomaten die Geiztriebe in den Blattachseln regelmäßig entfernen (Buschtomaten nicht).
- Stützen: an Stäben oder Schnüren hochbinden.
- Düngen: Starkzehrer – regelmäßig, aber maßvoll (zu viel Stickstoff fördert Blattmasse statt Früchte).
- Regenschutz: ein Dach hält die Blätter trocken und schützt vor der Kraut- und Braunfäule.
5. Ernten
Ernte die Früchte voll ausgefärbt und leicht nachgebend – dann sind sie am aromatischsten. Späte, noch grüne Früchte kannst du im Haus nachreifen lassen. Am besten schmecken Tomaten übrigens bei Zimmertemperatur, nicht aus dem Kühlschrank.
Häufige Fragen
Warum platzen meine Tomaten?
Meist durch unregelmäßiges Gießen. Gleichmäßige Wasserversorgung und Mulchen helfen.
Muss ich alle Tomaten ausgeizen?
Nur Stabtomaten. Busch- und Balkontomaten wachsen von Natur aus buschig.
Tipp
Ein einfaches Tomatendach ist die beste Versicherung gegen die Braunfäule: Bleiben die Blätter trocken, bleiben die Pflanzen meist gesund.
Achtung
Pflanze Tomaten nie neben Kartoffeln und gieße nie über die Blätter – beides begünstigt die gefürchtete Kraut- und Braunfäule.
Für einen einfachen Start bieten sich kräftige Tomaten-Jungpflanzen an – bei uns mit Angabe von Sorte und Wuchsform, robust vorgezogen.